Liebe Patienten, Liebe Rehasportler,

 

die Verordnung der Landesregierung mit Geltung seit 8. Juni 2020 stellt Erlaubnisse mit grundsätzlichen Auflagen dar. Dazu zählen das Abstandsgebot, Kontaktbeschränkungen und Hygieneregelungen. Neben der Beachtung der klaren Beschränkungen und Auflagen ist bei der Umsetzung in erheblichem Maße Eigenverantwortung gefragt. Die LAG kann keine weitergehenden Empfehlungen für Rehasportangebote geben als es nicht auch schon die Landesregierung und die Sportverbände getan haben.

Gruppen von 10 Personen dürfen auch ohne das Einhalten der Abstandsregeln Sport ausüben. Auf die Sportart kommt es nicht an; auch kontaktintensive Sportarten wie Kampfsport können ausgeübt werden. Bei der Ausübung von Sport gilt das allgemeine Abstandsgebot aus § 2 Abs. 1 der Corona-Verordnung. Dabei gilt ebenfalls die Ausnahme nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3, wonach der Mindestabstand von 1,5 Metern bei Zusammenkünften zu privaten Zwecken mit bis zu 10 Personen nicht eingehalten werden muss. Dies ist bei der Ausübung von Sport in einer Gruppe bis zu 10 Personen stets der Fall, weil sich die Personen zu einem privaten Zweck, nämlich der Ausübung von Sport, treffen.

 

Hier die den Sport betreffenden Regelungen im Wortlaut (§ 11):

(1) Für die Ausübung von Sport innerhalb und außerhalb von Sportanlagen gelten abweichend von §§ 3 und 5 folgende Voraussetzungen:

  1. das Abstandsgebot aus § 2 Absatz 1 ist einzuhalten;
  2. das Kontaktverbot nach § 2 Absatz 4 gilt nicht;
  3. bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten sind entsprechende Hygienemaßnahmen einzuhalten;
  4. soweit der Sport in Sportanlagen ausgeübt wird, haben Zuschauerinnen und Zuschauer keinen Zutritt; dies gilt nicht im Falle der Ausrichtung von Wettkämpfen nach Ziffer 5;
  5. für Wettkämpfe gelten die Anforderungen der §§ 3 bis 5 entsprechend;
  6. die Vorschriften aus § 3 Absatz 4 sind anzuwenden;
  7. vom Deutschen Olympischen Sportbund oder von einzelnen Sportfachverbänden entwickelte Empfehlungen werden vor Aufnahme des Sportbetriebs umgesetzt und vor Ort mit dem Hinweis auf deren Verbindlichkeit ausgehängt.

(2) Sofern der Sport in geschlossenen Räumen ausgeübt wird, hat der Betreiber oder Veranstalter nach Maßgabe von § 4 Absatz 1 ein Hygienekonzept zu erstellen, das auch das besondere Infektionsrisiko der ausgeübten Sportart berücksichtigt. Er hat nach Maßgabe von § 4 Absatz 2 die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher zu erheben.

(3) Für den Betrieb von Schwimm- Frei- und Spaßbädern gelten zusätzlich zu Absatz 1 und 2 der § 3 Absatz 4 und § 4 Absatz 1 entsprechend. Becken in geschlossenen Räumen, die nicht geeignet sind, Sport-, Ausbildungs- und Therapiezwecken zu dienen, dürfen nicht genutzt werden.

 

Für den Rehabilitationssport
hat der Dt. Behindertensportverband am 30.4.2020 Empfehlungen herausgegeben, von denen wir nicht abweichen, um kein Chaos ggf. im Detail etwas unterschiedlicher Empfehlungspapiere zu erzeugen. Das Wichtigste:

  • Bei Vorliegen von Symptomen wie z.B. Fieber, Husten, Schnupfen und / oder grippeähnlichen Symptomen dürfen Übungsleiter*innen bzw. Teilnehmer*innen nicht an der Übungsstunde teilnehmen.
  • Übungsräume und Toiletten sind fachgerecht zu reinigen (u.a. Desinfektion von Wasserhähnen, Türklinken), bei den Desinfektionsmaßnahmen sind Einmalhandschuhe zu tragen.
  • Verwendete Materialien (z.B. Hocker) müssen vor jeder Übungsstunde mittels Wischdesinfektion (NICHT Sprühdesinfektion!) desinfiziert werden.
  • Materialien müssen entsprechend der Wirksamkeit der Reinigungsmöglichkeiten ausgewählt werden.
  • Es ist zu prüfen, ob Teilnehmer eigene Materialien und Alltagsgegenstände (z.B. Trinkflaschen, Getränketetrapacks) als Gewichtstücke nutzen können.
  • Übungsraum muss vor und nach jeder Gruppe gut gelüftet werden, Aufenthalt im Übungsraum soll auf die Übungsstunde beschränkt sein.

 

Anmerkungen und Empfehlungen für Übungsleiter (bei Herzgruppen auch für Ärzte)

  • Übungsleiter tragen eine besondere Verantwortung für die Teilnehmer.
  • Bei der Planung von Übungsstunden muss mehr Zeit für organisatorischen Aufwand und ggf. Einsatz von notwendigen Hilfspersonen berücksichtigt werden.
  • Zu Beginn der Übungsstunde muss Übungsleiter Abstands- und Hygieneregeln erläutern und die Teilnehmer zu ihrem Gesundheitszustand befragen: keine Teilnahme von Personen mit Symptomen.
  • Es ist darauf zu achten, dass Einwilligungserklärungen der Teilnehmer vorliegen.
  • Übungsleiter muss beurteilen, ob alle Teilnehmer, insbesondere auch Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung oder psychischer Erkrankung, die Regelungen verstanden haben und umsetzen können.
  • Übungsleiter hat fortwährend auf die Einhaltung der Abstandsregeln zu achten.
  • Partnerübungen sowie taktile Korrekturen sind zu unterlassen, ebenso Übungen, die zu einer erheblichen Beschleunigung der Atmung führen (Aerosolbildung).
  • Die Übungsleiter müssen bei Durchführung und Variierung der Übungen auf die Einsetzbarkeit der Materialien und deren Reinigungsmöglichkeit achten und diese entsprechend auswählen.
  • Übungsraum und die verwendeten Materialien müssen hinsichtlich der Infektionsgefahr beurteilt und die regelmäßigen Desinfektionsmaßnahmen beachtet werden


Anmerkungen und Empfehlungen für Teilnehmer.

  • Teilnehmer müssen das individuelle Risiko sowie den Gesundheitszustand vor jeder Übungsstunde einschätzen. Verzicht auf Teilnahme bei erhöhtem Risiko, zwingender Verzicht bei akuten Symptomen.
  • Teilnehmer sollen eigene Materialien (z.B. Matte, Handtuch) mitbringen, kein Austausch von Materialien untereinander.
  • Teilnehmer dürfen den Übungsraum erst nach Händedesinfektion und nur in Anwesenheit des Übungsleiters betreten.
  • Einwilligungserklärung sowie Teilnahmebescheinigung sind mit eigenem Stift zu unterschreiben.
  • Teilnehmer sollen insbesondere auf dem Weg zum Übungsraum und auf Anweisung des Übungsleiters im Übungsraum und während der Übungen einen Mund-Nasen-Schutz nutzen (darüber hinaus sind länderspezifische Vorgaben zu berücksichtigen).
  • Teilweise können unter Auflagen sanitäre Gemeinschaftseinrichtungen wie z. B. Duschen und Sammelumkleiden wieder öffnen. Für Rehapatienten, die in der Regel ein schwächeres Immunsystem haben, empfehlen wir jedoch auf die Nutzung solcher Bereiche möglichst zu verzichten.

Die Landesregierung wird die stets aktuellen Informationen inkl. FAQs unter Link veröffentlichen.

Ihre Verordnungen der Krankenkasse werden unbürokratisch verlängert. Sollte Sie eine neue Verordnung erhalten haben und eine Gruppe suchen, freuen wir uns auch jetzt über Ihren Anruf unter 04342-9034406 oder eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Auch bei anderen Fragen können Sie sich gerne an uns wenden!

Dennoch sind nicht alle Rehagruppen der Träger wieder sofort geöffnet.
Für die Zeit bis es losgehen kann hat unser Lehrwart einige Übungen für Sie zusammengestellt. Wer also gesund ist, kann die Übungen in der Zwischenzeit selbst durchführen, auch wenn das natürlich kein vollständiger Ersatz für die Einheiten bei unseren Rehagruppenabietern ist.

Bleiben Sie gesund!

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